StartseiteRatgeberGerichtsurteileNützlichesArchivÜber uns

Allgemein:

Startseite

Haftung

Kontakt

Impressum

So finden Sie uns



Probezeitkündigung am ersten Arbeitstag wegen Zigarettengeruchs.

Welcher Sachverhalt lag der gerichtlichen Entscheidung zugrunde?

Bei Abschluss des Arbeitsvertrags wies die beklagte Arbeitgeberin die Klägerin auf das in dem Unternehmen bestehende Rauchverbot hin. Darauf erwiderte die Klägerin, dass dies für sie kein Problem sei; sie könne ohne weiteres mehrere Stunden ohne Zigaretten auskommen. An ihrem ersten Arbeitstrag hatte die Klägerin vor Arbeitsantritt eine Zigarette geraucht. Als dieses die Arbeitgeberin bemerkte, erhielt sie zwei Stunden später eine Kündigung.

Wie hat das Arbeitsgericht entschieden?

Das Arbeitsverhältnis der Parteien ist durch die Kündigung der Beklagten nicht beendet worden. Die Kündigung ist zwar nicht nach § 1 Abs. 2, Abs. 1 KSchG unwirksam, da das KSchG mangels Erfüllung der sechsmonatigen Wartezeit noch nicht anwendbar war. Sie verstößt aber gegen den Grundsatz von Treu und Glauben aus § 242 BGB.

Zwar besteht die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis während der Probzeit ohne weiteres zu kündigung. Allerdings verlangt Art. 12 GG, dass ein einmal begründetes Arbeitsverhältnis mit dem ernsthaften Willen der Zusammenarbeit geführt wird. Hieran fehlt es, wenn ein Arbeitnehmer an seinem ersten Arbeitstag nach zwei Stunden mit einer Kündigung nach Hause geschickt wird. Es muss ihm die Gelegenheit gegeben werden, sein Verhalten an die Anforderungen anzupassen. Die Klägerin hatte auch nicht gegen das betriebliche Rauchverbot verstoßen. Sie hatte die Zigarete vor Arbeitsantritt geraucht. Dieses gehört zu ihrer Privatsphäre und unterfällt dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht nach Art. 2 Abs. 1 GG.
ArbG Saarlouis 28.5.2013, 1 Ca 375/12
Quelle: Verlag Dr. Otto Schmidt vom 03.09.2013

Weitere Informationen im » Ratgeber