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Was muss ich beachten, wenn ich eine Kündigung erhalten habe?

Leider gehören Kündigungen im Arbeitsleben zur Tagesordnung. Dabei sind die Folgen für den einzelnen Arbeitnehmer gravierend: Neben dem Sturz in die Arbeitslosigkeit kommen häufig finanzielle Engpässe und Existenzängste hinzu. Was der Arbeitnehmer meistens nicht weiß: Der Gesetzgeber hat zum Schutz des Arbeitnehmers eine Reihe von Vorschriften erlassen, um dem Arbeitgeber die Kündigung nicht so leicht zu machen. Wer sich hier auskennt, hat gute Chancen, aus einer Kündigung noch das Beste zu machen.

Leider passieren dem Arbeitnehmer bei einer Kündigung immer wieder Fehler. Vorsicht ist angebracht, wenn der Arbeitgeber versucht, mit Ihnen einen Aufhebungsvertrag abzuschließen oder er sich von Ihnen quittieren lassen will, dass Sie keine weiteren Schritte gegen die Kündigung einleiten. Häufig verspricht der Arbeitgeber dabei, Ihnen ein wohlwollendes Zeugnis auszustellen. Wer sich hier einschüchtern lässt, hat schon verloren.

Tipp!
Wenn Sie eine Kündigung erhalten, sollten Sie sofort einen Rechtsanwalt aufsuchen und sich beraten lassen. Beachten Sie bitte, dass es bei der Kündigung eine Ausschlussfrist von 3 Wochen gibt, innerhalb derer Sie sich gegen die Kündigung gerichtlich zur Wehr setzen müssen.

Gibt es für die Kündigung eine besondere Form und Frist?

Seit dem 1. Mai 2000 dürfen Kündigungen nur noch schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung ist danach unwirksam. Die Kündigung muss von dem Arbeitgeber oder einer dazu beauftragten Person original unterschrieben sein. Schließlich muss der Arbeitgeber auch die richtige Kündigungsfrist beachten. Er kann nämlich nur ausnahmsweise von heute auf morgen kündigen. Ist im Arbeits- oder Tarifvertrag nichts anderes vorgeschrieben, beträgt die Grundkündigungsfrist vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats. Je länger jedoch Ihre Betriebszugehörigkeit ist, desto länger ist auch die Kündigungsfrist.

Besondere Kündigungsfristen gelten daneben

in Aushilfsarbeitsverhältnissen bis zu einer Dauer von vierMonaten. Hier kann im Arbeitsvertrag eine bis zur Fristlosigkeit verkürzte Kündigungsfrist vereinbart werden. in Kleinbetrieben bis zu 20 Arbeitnehmern ausschließlich der Auszubildenden. Hier kann im Arbeitsvertrag eine Kündigungsfrist von mindestens vier Wochen zu jedem Tag des Monats vereinbart werden. für eine Probezeit bis maximal sechs Monate (zwei Wochen), für Schwerbehinderte, auch in der Probezeit (vier Wochen), für die Probezeit in der Ausbildung (ohne Frist), in der Insolvenz, also wenn der Arbeitgeber pleite ist (maximal drei Monate).

Muss der Betriebsrat bei einer Kündigung beteiligt werden?

Soweit im Betrieb ein Betriebsrat besteht, muss der Arbeitgeber ihn vor jeder Kündigung anhören. Ansonsten ist die Kündigung wirkungslos. Die Anhörungspflicht trifft den Arbeitgeber bei allen Arten von Kündigungen - ohne Ausnahme. Für die Anhörung gelten bestimmte Regeln.

Muss der Arbeitgeber in seinem Kündigungsschreiben einen Grund für meine Kündigung angeben?

Bei der Kündigung muss der Arbeitgeber keinen Grund angeben, warum er Sie kündigt. Sie haben aber ein berechtigtes Interesse, zu erfahren, warum Sie gekündigt wurden. Durch eine Klage gegen die Kündigung können Sie Ihren Chef zwingen, den Grund der Kündigung zu benennen. Auch wenn in dem Kündigungsschreiben kein Kündigungsgrund angegeben werden muss, so muss doch in den weitaus meisten Fällen ein Grund für die Kündigung vorliegen.

Tipp!
Sie sollten sich nicht der Illusion hingeben, dass nach Ausspruch einer Kündigung eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber möglich ist. Häufig wird das Arbeitsverhältnis dermaßen belastet sein, dass eine vernünftige Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. In diesem Fall sollte versucht werden, über einen Rechtsanwalt mit dem Arbeitgeber über eine Abfindung zu verhandeln.

Welche Gründe sind für eine Kündigung beachtlich?

Ob und welche Gründe der Arbeitgeber für eine Kündigung haben muss, ist von Kündigung zu Kündigung verschieden:

keinen Grund braucht der Arbeitgeber bei einer fristgemäßen Kündigung in einem Kleinbetrieb oder/und bei einem kurzen Arbeitsverhältnis, einen vernünftigen Grund braucht der Arbeitgeber bei einer fristgemäßen Kündigung in größeren Betrieben und gleichzeitigem längerem Arbeitsverhältnis (Regelfall), einen wichtigen Grund braucht der Arbeitgeber bei einer fristlosen Kündigung.
Die Kündigungsgründe muss immer der Arbeitgeber beweisen.

Tipp!
Beschäftigt der Arbeitgeber mehr als 10 Arbeitnehmer und dauert Ihr Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate an, so kann er nur eine personenbedingte, verhaltensbedingte oder betriebsbedingte Kündigung aussprechen.